Iscriviti ora alla nostra newsletter periodica e assicurati uno sconto di € 10,00* o del 15% sul prezzo di listino**.
xspo-logo

Sidecut bezeichnet die seitliche Taillierung eines Skis, also die „Sanduhrform“ von der Schaufel über die Skimitte bis zum Skiende. Je stärker der Ski in der Mitte schmaler ist als an Schaufel und Ende, desto ausgeprägter ist seine Taillierung. Ein stärker taillierter Ski besitzt in der Regel einen kleineren nominellen Radius und lässt sich grundsätzlich leichter in engere Carvingbögen bringen.

➡ Sidecut beschreibt die seitliche Form des Skis. Er beeinflusst, wie stark der Ski beim Aufkanten in eine Kurve ziehen kann.

Sidecut, Taillierung und Radius: Was ist was?

Im Ski-Alltag werden Sidecut, Taillierung, Taillierungsmaße und Radius häufig vermischt. Die Begriffe hängen eng zusammen:

  • Sidecut oder Taillierung: die seitlich geschwungene Form des Skis von der Schaufel über die Skimitte bis zum Skiende.
  • Taillierungsmaße: die drei Breiten an Schaufel, Skimitte und Skiende in Millimetern, zum Beispiel 130–88–115 mm.
  • Sidecut- oder Taillierungsradius: ein geometrisch berechneter Referenzwert in Metern, der beschreibt, wie stark die seitliche Skikontur gekrümmt ist.

Der angegebene Radius ist nicht automatisch der Kurvenradius, den der Ski während der Fahrt tatsächlich erzeugt. Der gefahrene Radius hängt zusätzlich von Aufkantwinkel, Durchbiegung, Druckverteilung, Geschwindigkeit, Schnee und Fahrtechnik ab.

➡ Sidecut beziehungsweise Taillierung ist die Form. Die Taillierungsmaße sind die Breitenangaben in Millimetern. Der Radius ist ein geometrischer Vergleichswert in Metern.

Wie Sidecut das Fahrverhalten beeinflusst

Ein kleiner nomineller Sidecut-Radius begünstigt kurze und enge Kurven. Er findet sich häufig bei Slalom-, Pisten- und drehfreudigen All-Mountain-Ski. Größere Radien begünstigen längere und weniger stark zugedrehte Bögen.

Ein größerer Radius bedeutet jedoch nicht automatisch, dass ein Ski besonders laufruhig oder stabil ist. Diese Eigenschaften hängen zusätzlich von Skilänge, Masse, Flex, Torsionssteifigkeit, Dämpfung und Materialaufbau ab.

Wichtig ist: Der Radius ist keine Zwangsvorgabe. In der Praxis beeinflussen Aufkantwinkel, Druckaufbau und die Durchbiegung des Skis, wie eng der tatsächlich gefahrene Bogen wird.

➡ Sidecut stellt eine Kurventendenz bereit. Technik, Belastung und Skikonstruktion entscheiden, wie sie während der Fahrt umgesetzt wird.

Sidecut-Typen: klassisch, progressiv, mit Taper

Die seitliche Kontur moderner Ski entspricht nicht immer über die gesamte Länge einem gleichmäßigen Kreisbogen. Hersteller kombinieren unterschiedliche Radien, Rocker und Taper, um das Einlenken, Führen und Lösen des Skis gezielt zu beeinflussen.

Bei einem Ski mit Taper liegt der breiteste Punkt der Schaufel oder des Skiendes weiter in Richtung Skimitte. Dadurch verkürzt sich die seitliche Kontaktzone an Tip oder Tail. Das kann das Einleiten, Driften und Lösen der Kante erleichtern, besonders bei All-Mountain-, Freeride- und Rocker-Ski.

  • Ein stark ausgeprägter Sidecut über eine lange Kontaktzone kann sehr drehfreudig sein, den Ski aber auch stärker in eine vorgegebene Kurvenform ziehen.
  • Taper kann das Lösen von Schaufel und Skiende erleichtern und dadurch die Vielseitigkeit bei unterschiedlichen Schneearten erhöhen.
  • Progressive oder mehrfache Radien können verschiedene Kurventendenzen innerhalb eines Skis miteinander kombinieren.

➡ Sidecut ist nicht nur „mehr oder weniger“. Auch die Verteilung der Taillierung entlang der Skikante beeinflusst das Fahrverhalten.

Sidecut auswählen: Welcher Radius passt zu deinem Fahrstil?

Wenn du einen passenden Sidecut auswählen möchtest, hilft eine einfache Orientierung:

  • Kurze Schwünge, viel Piste und enge Carvingbögen: eher kleiner Radius.
  • Lange Bögen und höhere Geschwindigkeit: eher größerer Radius.
  • Vielseitiger Einsatz: mittlerer Radius, abgestimmt auf Skilänge, Breite und Profil.

Orientierung nach Skityp

Slalom- und Kurzradius-Skihäufig etwa 11–14 mdrehfreudig und für kurze Kurven ausgelegt
Pisten- und All-Mountain-Skimittlerer Radius, abhängig von Modell und Längefür kurze bis längere Kurvenformen ausgelegt
Racecarver und Riesenslalom-orientierte Skigrößerer Radiusfür längere und weniger stark zugedrehte Bögen ausgelegt
FIS-Riesenslalomskiabhängig von Wettkampfklasse und Reglementauf lange Radien und Rennbedingungen abgestimmt

Die Werte sind Orientierungen. Derselbe Ski kann je nach gewählter Länge einen unterschiedlichen Radius besitzen. Rocker, Taper und die effektive Kantenlänge verändern zusätzlich, wie sich die Taillierung während der Fahrt anfühlt.

➡ Sidecut auswählen heißt: Kurvenform, Geschwindigkeit, Skilänge und Einsatzbereich gemeinsam berücksichtigen.

Sidecut messen und Radius berechnen

Die Taillierungsmaße werden an der Schaufel, an der schmalsten Stelle der Skimitte und am Skiende gemessen. Sie werden meist als Zahlenfolge wie 130–88–115 mm angegeben.

Der Unterschied zwischen den Breiten zeigt grob, wie stark ein Ski tailliert ist. Daraus allein lässt sich jedoch kein zuverlässiger Sidecut-Radius berechnen. Für einen vergleichbaren Radius werden zusätzlich die wirksame Länge der Seitenkontur und ein festgelegtes Mess- beziehungsweise Berechnungsverfahren benötigt.

Moderne Ski besitzen außerdem nicht immer eine gleichmäßige kreisförmige Seitenlinie. Taper, Rocker und unterschiedliche Radien entlang der Kante können eine einfache Berechnung zusätzlich erschweren.

Praxis-Guide:

  1. Taillierungsmaße an Schaufel, Skimitte und Skiende vergleichen.
  2. Den vom Hersteller angegebenen Radius als Orientierung für die Kurventendenz verwenden.
  3. Prüfen, für welche Skilänge der angegebene Radius gilt.
  4. Rocker, Camber, Taper, Flex und Einsatzbereich zusätzlich berücksichtigen.

➡ Die Maße helfen beim Vergleich. Ob der Sidecut zu deinem Fahrstil passt, zeigt sich erst im Zusammenspiel mit dem gesamten Ski.

Sidecut im Rennsport: Warum der Radius reguliert wird

Im alpinen Rennsport ist der Sidecut-Radius nicht nur ein Leistungsmerkmal, sondern Teil des Reglements. Die FIS definiert für verschiedene Disziplinen, Alters- und Wettbewerbsklassen bestimmte Vorgaben zu Skilänge, Breite und Radius.

Der Radius wird dabei über festgelegte Messpunkte und eine definierte Formel als angenäherter mittlerer Radius der seitlichen Skikontur bestimmt. Die konkreten Mindestwerte unterscheiden sich je nach Disziplin und Wettbewerbsklasse und können sich mit neuen Reglementversionen ändern.

Die Regulierung soll die verwendete Skigeometrie innerhalb einer Wettbewerbsklasse vereinheitlichen. Der nominelle Radius bleibt trotzdem nur ein geometrischer Wert und entspricht nicht automatisch dem tatsächlich gefahrenen Kurvenradius.

➡ Im Rennsport ist Sidecut ein reguliertes Ausrüstungsmerkmal. Bei Freizeit-Ski dient der Radius vor allem als Orientierung für die gewünschte Kurventendenz.

Häufige Missverständnisse

  1. „Ein kleiner Radius ist immer besser.“ Ein kleiner Radius begünstigt kurze Kurven, kann den Ski aber stärker in eine bestimmte Kurvenform ziehen. Ob das erwünscht ist, hängt vom Fahrstil und Einsatzbereich ab.
  2. „Der angegebene Radius bestimmt jede Kurve exakt.“ Nein. Aufkantwinkel, Durchbiegung, Druckverteilung, Schnee und Fahrtechnik verändern den tatsächlich gefahrenen Radius.
  3. „Ein großer Radius macht einen Ski automatisch stabil.“ Laufruhe und Stabilität hängen zusätzlich von Länge, Flex, Torsion, Dämpfung, Masse und Konstruktion ab.
  4. „Die drei Taillierungsmaße reichen zur Radiusberechnung.“ Nein. Für eine vergleichbare Berechnung werden zusätzlich die wirksame Länge und ein festgelegtes Messverfahren benötigt.
  5. „Sidecut und Taillierung sind zwei unterschiedliche Bauteile.“ Nein. Beide Begriffe beschreiben grundsätzlich die seitlich geschwungene Form des Skis.

FAQ

Was bedeutet Sidecut beim Ski?

Sidecut bezeichnet die seitliche Taillierung beziehungsweise Sanduhrform des Skis. Die Breiten an Schaufel, Skimitte und Skiende bestimmen zusammen mit der wirksamen Länge die geometrische Kurvenform der Seitenkante.

Was bedeutet ein kleiner Sidecut-Radius?

Ein kleiner nomineller Radius bedeutet, dass die seitliche Skikontur stärker gekrümmt ist. Der Ski begünstigt dadurch grundsätzlich kürzere Kurven. Der tatsächlich gefahrene Radius hängt jedoch zusätzlich von Aufkantwinkel, Belastung, Durchbiegung und Fahrtechnik ab.

Kann ich den Sidecut-Radius selbst berechnen?

Eine grobe Annäherung ist möglich. Für exakte und vergleichbare Werte werden jedoch die wirksame Skilänge, definierte Breitenmesspunkte und eine festgelegte Berechnungsformel benötigt. Im Rennsport schreibt die FIS dafür ein einheitliches Verfahren vor.

Infobox